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Ziele des Lausitzer Wege e.V.

Ziel
ist eine sinnvolle , ökologisch vertretbare, arbeitsmarktpolitisch relevante Nachnutzung von Bergbaufolgelandschaften. Es geht um die Findung anderer Formen wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Tätigkeiten.

Als notwendige Ergänzung zur klassischen Wirtschaftsförderung sollen solche Formen wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Tätigkeit gefunden werden, deren Schwerpunkt in der Verbesserung der eschäftigungssituation durch Eigenaktivität der Menschen liegt.Das Gesamtvorhaben „Lausitzer Zeitreisen“ stellt die derzeit rößte Projektinitiative des Lausitzer Wege e. V. dar.

Mit dem Modellprojekt Lausitzer Zeitreisen ist geplant, die Geschichte von den Jägern und Sammlern bis ins Mittelalter darzustellen und erlebbar zu machen, d.h. keine Ausstellung zum Anschauen - sondern zum Mitmachen. Jeder der es möchte, kann in die entsprechende Zeit reisen und sie mit eigenen Aktivitäten erleben: die Siedlungen mitbauen, altes Handwerk erlernen, die Zeit vergessen und wie seine Vorfahrenden den Alltag gestalten.

Die Idee
Lauchhammer war vor der Wende eine Einpendlerstadt mit vielen tausend Arbeitsplätzen in der Kohleveredlungsindustrie. Nachdem die Schwerpunktentscheidungen der LAUBAG gefallen waren, erfolgte ab 1993 der großflächige Abriss der Altindustrie, ohne neue Alternativen für die Stadt - so, wie es vielen ostdeutschen Kommunen ging. Lauchhammer wurde quasi über Nacht Teil eines strukturschwachen Gebiets, das flächenmäßig mindestens den ehemaligen Kohle- und Energiebezirk Cottbus umfasst. Bergbaufolgelandschaft zu gestalten, ist hier eine der vordringlichen Aufgaben der Gegenwart.

1999 fanden sich ein paar Enthusiasten zusammen und gründeten den gemeinnützigen Verein Lausitzer Wege e. V. mit dem Grundanliegen, Perspektiven zu schaffen – vor allem für die Menschen, aber auch für die gebeutelte Landschaft.

Gibt „Lausitzer Wege“ sozusagen die Ortskennzeichnung wieder, richtet sich die Projektbezeichnung „Lausitzer Zeitreisen“ direkt auf das Ziel: In einem zukunftsträchtigen Marktsegment, dem sanften Tourismus, will der Verein langfristig Arbeitsplätze schaffen. Im Laufe der nächsten Jahre soll eine sich im Wesentlichen selbst tragende und wirtschaftlich arbeitende Einrichtung auf dem Bildungs- und Tourismussektor entstehen, die in Zusammenarbeit mit den anderen kulturhistorischen Projekten der Region Gäste aus nah und fern anzieht. Die Grundlagen des wirtschaftlichen Erfolgs werden zurzeit wesentlich durch freiwillige und geförderte Tätigkeit gelegt. Inzwischen wurde ein ganz neues Kapitel der Projektgeschichte aufgeschlagen: Am 7. Juli 2004 erfolgte unter dem bereits bekannten Namen „Lausitzer Zeitreisen“ die Gründung einer Selbsthilfe-Genossenschaft.

Durch die Zeit reisen zu können, wünschen sich viele Menschen. Auch wenn das ein Traum bleiben muss, immerhin gibt es Urlaub: Mitten in der Bergbaufolgelandschaft, rund um den Schmalen See in Koyne, soll ein Urlauberdorf entstehen – quer durch die Jahrtausende der Menschheitsgeschichte. Von den Jägern und Sammlern bis zum Mittelalter stehen „Siedlungsplätze“ zur Wahl. Wer seinen Urlaub bucht, „kauft“ die Epoche gleich mit, in der er leben möchte.

Von der Idee zum Arbeitsplatz

Wir sind dort, wo einst, damit Kohle gefördert und verarbeitet werden konnte, das gewachsene Lebensumfeld den Baggern weichen musste. Nun soll eine neue Kulturlandschaft das Vergangene wieder sichtbar und begreifbar machen und gleichzeitig den Blick in die Zukunft erlauben. Für Gäste aus Nah und Fern beginnt dann eine „Zeitreise“. Ein bildungstouristischer Anziehungspunkt.
Aus dieser Vision heraus entstanden die konkreten Ideen zum Zeitreisen-Projekt.
Mit der Gründung des Lausitzer Wege e.V. im Jahre 1999 begannen die neuen Lausitzer Wege: Der Verein hatte sich zunächst zum Ziel gesetzt, Projekte zum Aufbau einer Kulturlandschaft zu initiieren, die die Lausitzer Geschichte dokumentierend erlebbar machen. Dafür wurden Menschen motiviert und qualifiziert. Sie haben sich, ausgehend von Arbeitsfördermaßnahmen, die Basis für ihre eigenen Arbeitsplätze geschaffen. Dabei bringen sie ihre Ideen, Wünsche und Vorstellungen aktiv mit ein und tragen zur stetigen Weiterentwicklung des Vorhandenen bei.

2004 wurde darüber hinaus auf Initiative des Vereins und vieler bisher in Arbeitsfördermaßnahmen tätiger Menschen die Genossenschaft „Lausitzer Zeitreisen“ als eigenständiger kleiner Wirtschaftsbetrieb gegründet. Die Genossenschaft arbeitet mit dem Ziel, insbesondere außerhalb der gemeinnützigen Zielsetzungen des Vereins, das Gesamtprojekt und die Schaffung von Arbeitsplätzen zu unterstützen. Mittlerweile ist sie ein etablierter Veranstaltungsservice, unter anderem zur Ausrichtung oder Beteiligung an Volksfesten, der Organisation von Familienfeiern u.ä. Die Genossenschaftler unterstützen den Verein bei seinen Ferienlagern und Klassenfahrten sowie Projekttagen. Sie betreiben neben der Pflege traditionellen und historischen Handwerks eine Tischlerei und einen kleinen Baubetrieb, um sich im Bereich des ökologischen Bauens zu etablieren.

Die Vision hat bereits begonnen, Wirklichkeit zu werden:
Seit einigen Jahren kommen vom Frühjahr bis zum Herbst viele Kinder, um eine Zeitreise in die Vergangenheit zu erleben In unserer mittlerweile schon recht großen Planwagenburg im Ortsteil Grünewalde erfahren die Kinder ganz praktisch, wie unsere Vorfahren gelebt, gewirtschaftet und sich ernährt haben.
An unserem zweiten Standort in Lauchhammer-Nord, bei der Siedlung „Koyne“ begeben sie sich - begleitet von erlebnispädagogischen Angeboten - auf die Spur der Natur, bauen „ihre eigene Siedlung“ im Siedlercamp oder leben, wohnen und ernähren sich wie die Indianer in Tipis in unserem kleinen Indianerlager. Hier ist die Verbindung des historischen und ökologischen Ansatzes zu spüren, die dem Verein als pädagogisches Grundanliegen am Herzen liegt.
Der Lausitzer Wege e.V. ist Träger der freien Jugendhilfe und Träger von Arbeitsförder- und Qualifizierungsmaßnahmen.